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Argentinien


Die Geschichte Argentiniens


Seinen Namen verdankt das südamerikanische Land der lateinischen Entsprechung für Silber, “argentum”, was darauf zurückzuführen ist, das am Rio de la Plata die Schiffe mit bolivianischem Silber für die Ausfuhr nach Spanien beladen wurden. Man geht davon aus, das die Besiedlung Argentiniens etwa um 15 000 v. Chr. von Nordamerika aus einsetzte. 1536 nahm Pedro de Mendoza das Land für Spanien in Besitz und gründete Buenos Aires, die spätere Hauptstadt des 1776 errichteten Vizekönigreiches Rio de la Plata. Die spanische Herrschaft wurde 1810 beendet. 1816 wurde die Unabhängigkeit Argentiniens verkündet. Die Folgezeit war von zahlreichen Bürgerkriegen und Diktaturen gekennzeichnet. 1943 wurde die konservative Regierung von Juan Perón gestürzt und Perón wurde 1946 zum Präsidenten des Landes gewählt. Zusammen mit seiner Frau Evita begann er das Land umfassend zu reformieren, scheiterte dabei aber an den wirtschaftlichen Möglichkeiten. Der Widerstand gipfelte 1955 in einem Militärputsch, welcher Peròn ins Exil flüchten ließ. Bis 1973 bestimmte eine Militärregierung die Geschicke des Landes. Dem folgte die zweite Amtszeit Peròns, sein Weg zur sozialen Befreiung misslang jedoch abermals. 1982 besetzten argentinische Truppen die zum britischen Staatsgebiet gehörenden Falklandinseln, mussten sich jedoch noch im selben Jahr Großbritannien geschlagen geben. Mit der Wahl Néstor Kirchners zum Staatspräsidenten Argentiniens begann der Weg aus der wirtschaftlichen Krise des Landes. Derzeit führt seine Frau, Cristina Kirchner, die Regierungsgeschäfte Argentiniens.


Die Größe Argentiniens


Mit einer Fläche von 2,8 Millionen Quadratkilometern gilt Argentinien nach Brasilien als zweitgrößter Staat Südamerikas. Argentinien verfügt über eine Nord-Süd-Ausdehnung von 3 700 Kilometern und erstreckt sich von den tropischen Urwäldern im Norden bis nach Feuerland, der Südspitze des amerikanischen Kontinents. Im Westen grenzt Argentinien an Chile, im Osten verfügt das Land über eine Seegrenze zum Atlantischen Ozean. Weitere direkte Nachbarn Argentiniens sind im Norden und Nordosten Uruguay, Paraguay, Brasilien und Bolivien.


Die Einwohner Argentiniens


Argentinien verfügt über 39,4 Millionen Einwohner, dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 14 Einwohnern pro Quadratkilometer. Fast 90% der Bevölkerung Argentiniens lebt in den größeren Städten des Landes. Der trockene Süden Argentiniens ist dagegen nur dünn besiedelt. Ein Großteil der Menschen in Argentinien hat spanische oder italienische Vorfahren. Etwa 4% der Einwohner sind deutscher Abstammung. In den zentralen Landesteilen konzentrieren sich die Nachkommen polnischer Einwanderer. In den Gebirgsregionen sind vereinzelt Indianer anzutreffen. So lebt in der Provinz Jujuy das Volk der Kollas, dessen Kultur stark an die Inkas angelehnt ist. Unter einfachsten materiellen Verhältnissen bewirtschaften die Wichi ihre Siedlungen am Flusslauf des Rio Bermejo.


Das Klima Argentiniens


In Argentinien sind auf Grund seiner riesigen Fläche nahezu alle Klimazonen vereint. Im Nordosten herrscht subtropisches Klima und es fällt ganzjährlich Regen. Den meisten Niederschlag verzeichnet die Provinz Misiones. Im Nordwesten des Landes bestimmen die Anden das Klima. Es ist sehr trocken und heiß, im Sommer herrscht eine kurze Regenzeit. In der Zentralregion überwiegt gemäßigtes Klima mit warmen Sommern und relativ milden Wintern. Patagonien wird von einem rauen Klima beherrscht, charakteristisch sind die starken Westwinde. In Feuerland sind die Temperaturunterschiede eher gering. Es ist allgemein recht kühl und es fällt viel Niederschlag.


Die Flora und Fauna Argentiniens


Facettenreich wie das Land selbst ist auch die Tier- und Pflanzenwelt Argentiniens. Im Nordteil bestimmen Regenwälder und tropische Gewächse die Vegetation. Es gedeihen Palmen, Palisander oder Rosenholzgewächse. Die Pampa ist von Gräsern, Akazien und Platanen bewachsen. In Patagonien wachsen kaum Bäume, Gräser und Sträucher bestimmen das Landschaftsbild. In den Anden und auf Feuerland herrschen Nadelwälder vor. Oberhalb der Baumgrenze finden sich Dornsträucher und Kakteen. Die Tierwelt ist im Norden Argentiniens am artenreichsten. Man findet hier Pumas, Jaguars, Affen, Schlangen, Papageien oder Kolibris. In der Pampa sind Gürteltiere, Nandus und Pampashirsche anzutreffen. In den Bergregionen der Anden sind Lamas, Schakale oder Bergkatzen heimisch. An den Küsten Patagoniens leben Seebären, Mähnenrobben oder Magellanpinguine.


Die Städte Argentiniens


Das Herzstück des Landes ist die Metropole Buenos Aires, mit zwölf Millionen Einwohnern einer der größten Ballungsräume Amerikas. Industrieller und kultureller Mittelpunkt Zentralargentiniens ist Córdoba, auch durch seine historische Bausubstanz touristisch attraktiv. Eine bedeutende Hafenstadt im Nordosten des Landes ist Rosario. Das sonnenverwöhnte Klima Mendozas lässt im Westen Argentiniens hervorragende Weine reifen. Das dreimonatige Fest der Weinlese zählt zu den größten Feierlichkeiten Argentiniens. Das 1565 gegründete San Miguel de Tucumán galt eins als Zentrum des Zuckerrohranbaus. Heute beleben die zahlreichen Studenten das Stadtbild. Auch San Juan zählt zu den ältesten Städten Argentiniens, jedoch blieb auf Grund eines Erdbebens von der historischen Bausubtanz wenig erhalten. In Corrientes, im Nordosten des Landes, ist der Karneval zu Hause, welcher von der typischen Chamamé-Musik untermalt wird.


Die Sehenswürdigkeiten Argentiniens


Eine der größten Sehenswürdigkeiten Argentiniens ist seine schillernde Hauptstadt Buenos Aires. Zu den Highlights zählen die Besichtigung des geschichtsträchtigen Plaza de Mayo, ein Bummel entlang der Shopping-Meile Florida oder der Besuch des Hafengebietes Puerto Madero. Ein Besuchermagnet im Nordosten des Landes sind die Wasserfälle bei Iguacu, welche sich kaskadenförmig 72 Meter tief in den Rio Paraná stürzen. Mehr als 4000 Jesuiten lebten Anfang des 18. Jahrhunderts in der heutigen Ruinenstadt San Ignacio de Mini. Naturliebhaber wird Patagonien begeistern. Im Nationalpark Los Glaciares sind allein 13 Gletscher anzutreffen.


Die Besonderheiten Argentiniens


In Argentinien ist der Tango Zuhause, er verkörpert das Temperament Südamerikas und man muss ihn erlebt haben. Zum Beispiel beim jährlichen Tango-Festival oder der Tango Weltmeisterschaft in Buenos Aires. Eine weitere Besonderheit des Landes ist sein höchster Berg, der 6 962 Meter hohe Aconcagua, mit seinen bis zu zehn Kilometer langen Gletschern. Kulinarische Köstlichkeiten Argentiniens sind die Königskrabben Feuerlands, Wildschwein, ein deftiges “Wiener Schnitzel” oder “alfajores”, köstlich gefüllte Kekse.

 

 

 

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